Web 2.0 Wirtin und findige Unternehmerin
Anfang 2006 übernahm Barbara Schreiner in Mieders im Tiroler Stubaital das Restaurant Gletscherblick.
Zugegeben es birgt ein gewisses Risiko, in einem von Hotels und Restaurants übervölkertem Tourismus-Tal einen Gastgewerbe-Betrieb zu führen, der noch dazu nicht direkt an einer Skipiste liegt.
Die innovative Wirtin hat es dennoch geschafft, innerhalb kürzester Zeit für Furore zu sorgen und ihr Restaurant, sowohl unter Einheimischen als bei Touristen, bekannt zu machen. Bausteine dazu waren neben der beherzten Führung und ihren innovativen Ideen auch ihr Entschluss Web 2.0 einzusetzen.
Die bloggende Wirtin
berichtet über Rezepte, Gelungenes oder auch Misslungenes. Eine stetig steigende Anzahl von Lesern - vielfach aus Deutschland - genießt die frische Art der Blog-Zubereitung und schätzt die Rezepte zu den Gerichten mit dem Tiroler Flair und der besonderen Note von Barbara Schreiner.
Was bringt es einem regionalen Betrieb, “potenzielle” Gäste von weit her anzusprechen?
An quantitativen Kriterien gemessen, sprechen Suchmaschinenerfolge eine klare Sprache.
Auch die qualitativen Faktoren Image und Bekanntheit werden durch die Zahl der Zugriffe bzw. der Anzahl an abonnierten Feeds positiv beeinflusst.
Ja und immer wieder kommen Gäste aus Deutschland, die auf ihrer Reise nach Italien einen Abstecher ins “Gletscherblick” machen, um die sympathische Wirtin und ihre Gerichte kennen zu lernen. Andere nehmen sogar extra zu diesem Anlass Umwege auf sich, die sie sonst wohl nicht gemacht hätten, und reisen sogar aus dem Allgäu an. Fast nebenbei entdeckten auch Presse und die Touristik-Fachbranche den Gletscherblog und berichten immer wieder darüber.
Spaß und Kreativität am Teller
Auch bei der Einführung und Interpretation des Begriffs eines Überraschungsmenüs bewies Frau Schreiner ein goldenes Händchen. Sie sagte sich:
“Jetzt drehen wir den Spieß um! Überraschen Sie uns! Besuchen Sie uns, lassen Sie sich von unseren Küchenprofis ein mehrgängiges Überraschungsmenü zusammenstellen und überraschen Sie unser Sparschwein, indem Sie es angemessen füttern.”
Die Wirtin entscheidet Kunde für Kunde individuell was serviert wird, wobei meisten Kreationen auf keiner Speisekarte zu finden sind. Das Menü ist eine Symbiose aus Menschenkenntnis, Witz, Kreativität und Kochkunst - das Repertoire reicht von Tiroler Schmankerln bis hin zu haubenverdächtigen Leckerbissen.
Das Beste kommt zum Schluss: Der gekonnt inszenierte Auftritt des Schweins!
Einzig und allein der Gast bestimmt den Preis des Menüs - und wirft garantiert keinen Cent zu viel in das Schwein. So verlassen nur begeisterte Kunden das Lokal, denn bezahlt wurde nicht irgendein vorgegebener Preis, sondern der subjektiv empfundene Wert! Ein Risiko für die Wirtin?
Zahlt sich das aus?
“Niemand glaubte uns, dass so etwas in Tirol funktioniert; die Leute erklärten, warum sich unser Überraschungsmenü niemals rechnen würde”, erinnert sich Barbara. “Aber die Gäste sind nicht nur fair, sondern überaus großzügig. Manche bezahlen Preise, die hätte ich mich niemals in die Karte zu schreiben getraut.”
Was sie dabei selber vergisst: Die meisten Kreationen wären dort ohnehin nicht vorgekommen. Ob die Großzügigkeit auch an Service und Charme liegen mag?
Lt. Hannes Treichl, Betreiber des Nummer 1 Business Blogs Österreichs, “ein Querdenk-Beispiel für das Lehrbuch. Sich über Widerstände hinweg setzen, Mut zu Neuem, seine Kunden individuell behandeln - besser gehts kaum. Kompliment zu Idee und Umsetzung!”
Keine Frage: Nicht nur mit Web 2.0 sondern auch mit solchen überraschenden Aktionen, wird teure Werbung mit Streuverlusten verzichtbar: Die positive Mundpropaganda ist dem Gletscherblick sicher!
Bis bald hier in diesem Dialog,
Ihre Petra Liebl
www.gletscherblick-mieders.at | www.gletscherblog.at
Quelle: ANDERS|denken
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