Gespräche im Netz
Vom Begriff „Web 2.0“ haben viele schon gehört. Weniger bekannt ist was dahinter steht, wenngleich sich herumgesprochen hat, dass es kein „eigener Bereich“ ist.
Einfach gesagt geht es darum, selbst etwas ins Netz zu stellen (Mitmach-Netz) und um sozialen Austausch. Dieser fand schon immer statt – eben im „echten“ Leben. Nun ist es möglich sich auch in (Interessens-)Gruppen zusammenzufinden, die weiter verstreut sind. Daraus entstehen Netzwerke – so genannte: Social Networks wie Business-Netzwerk Xing, Kommunikationsnetzwerke wie MySpace oder Facebook. In Deutschland waren 2007 bereits 14 Prozent der Menschen in solchen Social Networks aktiv; besonders beliebt sind Foto- und Video-Plattformen wie flickr und youtube.
Der Netzeffekt ist es auch, der Phänomene wie virale Verbreitung von Nachrichten hervorruft. Dadurch wird eine Nachricht von einem Unbekannten, aber gut vernetzten Mitglied einer Community oder Betreiber eines Blogs in der Blogospäre verbreitet. Durch diese Demokratisierung der Nachrichten wird die „Macht“ des neuen Webs spürbar, die das Monopol der Meinungsmacher (Medien, Unternehmen) herausfordert. Zumindest gilt nicht mehr nur eine Meinung und zwar die des Mächtigeren, nun werden auch Netz-Gespräche gehört bzw. gelesen.
Das grundlegend neue an diesen Gesprächen ist eigentlich nur: Sie sind öffentlich und finden anstelle am Marktplatz zwischen zwei Personen heute im Netz statt. Dabei sind es nicht die altbekannten, von Programmierern erstellten und von Unternehmen lancierten Diskussionsforen und Chatrooms, die hier für Furore sorgen. Die neue Internettechnologie hat einfachere Möglichkeiten geschaffen, mit denen auch Endnutzer eigene Diskussionen starten können. Sie tun dies in Form von Webtagebüchern (Weblogs = Blogs), wo Leser Kommentare hinterlassen oder auf diese Berichte verlinken können. Sie tun dies auch in den bereits angesprochenen Social Networks, sie twittern, gründen Clubs und Communities…
Wer sind “sie”? Laut Time Magazine sind es wir … Die “Person of the Year 2006″ war nämlich YOU, d.h. also wir alle…
Der Grund dafür ist, dass nach Meinung des Time Magazine YouTube, MySpace, Second Life uvm. die Netz- und Werbe-Welt verändern werden.
Die Revolution ist dabei, dass die oftmals für dumm befundenen plötzlich “wisdom” (Weisheit der Masse) zugetraut wird. Dahinter steht eigentlich nur die Erkenntnis, dass meherere Menschen bessere Ergebnisse produzieren als ein Einzelner; bekanntestes Beispiel: Wikipedia.
Während die Möglichkeit zu kommentieren von älteren Personen eher mit “Selbstdarstellung” negativ assoziiert wird, ist es für Jüngere selbstverständlich sich auszutauschen. Web 2.0 steht für mehr: Für kommunizieren, teilen und partizipieren. Aber nur wenn es Spaß macht, nicht weil sich das Unternehmer so wünschen. Denn: Authentizität und Zugehörigkeit bilden die Verbindung in den virtuellen Gemeinschaften.
Nein, im “Mitmachnetz” werden nicht reihenweise passive Konsumenten zu aktiven, selbst produzierenden Prosumenten. TNS Infratest MediaResearch zeigte, dass die überwiegende Zahl der Internetnutzer die neuen Angebote zunächst noch wie klassische Medien nutzt – nämlich passiv. Dennoch gilt: Die Mitmach-Inhalte kommen auch bei ihrer Suchmaschinen-Anfrage an.
Aber: Die Mediennutzung ALLER Konsumenten hat sich verändert. Klassische Medien sind nur mehr zu 5 Prozent für die Kaufentscheidungen verantwortlich. Empfehlungen sind wirkungsvoller - nicht nur am realen Marktplatz.
Ihre Petra Liebl
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.