Facebook Page - was nun?
Facebook hat also mittlerweile 400+ Mio. Nutzer. Kein Wunder, wenn alle (Unternehmen, Produkte, Dienstleister, etc.) hier vertreten sein wollen. Eine Facebook Page (ehem. Fanpage) für ein Unternehmen ist mit wenigen Klicks erstellt, ein paar Fans kommen von selbst. Ist das alles - und was dann? Soll man plaudern, Angebote einstellen, Fans generieren - und wozu? Kaufen die - und wie? Spannende Fragen, wie ich finde…
Auf Facebook Pages geht es in erster Linie um die Steigerung des Bekanntheitsgrades und eine mögliche Verbesserung der Kommunikation und Interaktion, die mit den “Fans” (Likern) möglich ist.
Auf der Hand liegend ist die Bewerbung mittels Facebook Ad (so man weiß, was der Kunde machen soll - und ob er die Handlung hier auslöst). Versuchen kann man es allemal, funktioniert es doch ähnlich wie bei Google Adwords - nur mit Bild. Man nehme ein Tagesbudget und suche sich die Begriffe aus. Die soziodemografischen Selektionskriterien, bei wem angezeigt werden soll werden ausgewählt - dazu sind hier die Auslieferungen auch noch nach Vorlieben, die Facebook-Nutzer eingestellt haben möglich (Mir gefällt… Yoga) - also bekomme ich Yoga-Ads eingeblendet. Gut, oder? Ich lebe in Tirol, also erreichen mit Ads von Tiroler Dienstleistern (wenn die die Kriterien so eingestellt haben).
Konkret sind Facebook Ads Werbemittel mit 25 Zeichen für den Titel, 135 Zeichen für den Text und ein Bild mit 110 x 80 Pixel. Die Zielgruppenselektion kann nach Land, Stadt, Ort, Alter, Geschlecht, Schlüsselwörtern, Ausbildung, Arbeitsplatz, Beziehungsstatus, sexueller Ausrichtung und Sprache getroffen werden.
Ich kann also als Tiroler Dienstleister männliche oder weibliche Hamburger Kunden im Alter von bis, einer bestimmten Ausbildung ansprechen, die Single sind. Alles nur eine Frage der Definition und Auswahl der Kriterien.
Nielsen meint dazu: “It pays to have fans on Facebook if you want your ads to work there too, according to the first public study to come out of the collaboration of Nielsen Co. and Facebook. ~ The study of more than 800,000 Facebook users and ads from 14 brands in a variety of categories shows a marked increase in ad recall, awareness and purchase intent when home-page ads on the social network mention friends of users who’ve become fans of the brand in the ad. ~ The impact on awareness and recall is even more pronounced when a home-page ad coincides with what Facebook and Nielsen term “organic” social advocacy, i.e. an item in a user’s news feed indicating a friend has become a fan of a brand.” …
Bis hierher kommen Internet-Fastlaien und nicht Digital-Natives eigentlich ohne fremde Hilfe. Ab hier wird Programmierwissen erforderlich oder es teu(r)er. Wenn zB Fortgeschrittene bzw. Firmen, zu deren Portfolio oder Image es passt, eigene Anwendungen (Facebook Apps) auf Facebook verbreiten. Wunsch ist natürlich, die viralen Mechanismen der Weiterempfehlung zu nutzen.
Oder wenn mittels Facebook Connect die Anzahl qualifizierter Registrierungen auf Ihrer Seite erhöht werden soll, da Facebook Nutzer sich mit nur zwei Klicks auf Ihrer Seite registrieren können. Je nach Programmierung ist es auch möglich Zugang zu Name, Profil, Ort, Geschlecht, Alter zu erhalten.
Ein wenig auskennen bzw. mit der Materie beschäftigen sollte man sich doch, denn Facebook wartet in schöner Regelmäßigkeit mit Änderungen auf. Diesmal ist dem Developer Blog zu entnehmen, dass es die Landingpages betrifft, denn: die sollen nur noch für Seiten mit mehr als 10′000 Fans oder nach der Authentifizierung durch einen Account-Verantwortlichen von Facebook möglich sein.
Das Hintertürchen: Werbetreibende mit Werbemitteln auf einer bestimmten Landingpage können auch weiterhin ohne weitere Verifikation fortfahren (you can still do so with standard Facebook ads by making their Destination URL as the URL incl. your tab). Allerdings funktioniert dies zur Zeit nicht mit den sogennanten “Fan-Ads”.
Die Information kommt zu uns
“Information is becoming less of a destination that we seek online,”
says Anthony J. Rotolo, assistant professor of practice in the School of Information Studies at Syracuse University. “Instead we are expecting it to come to us in a social stream.”
Wie ist das gemeint? Prof. Rotolo bringt damit auf den Punkt was “das Web”, wie es bisher existierte und nachdem die Social Plattfors (Facebook, Twitter…) aufgetaucht sind, kennzeichnet.
“Vorher” waren es die Crawler und Spider, also die Suchhunden von Google (& CO.), die uns die “Informationen” aus dem Web lieferten: Sie suchten und suchen alles ab und liefern uns generische und bezahlte Treffer zu unserer Suchabfrage.
Nachher - also seit Facebook - hat sich die Währung im Internet zwar nicht wirklich geändert, denn die Google-Suche funktioniert wie immer. Die Verschiebung ist aber im Verhalten der Nutzer bzw. wie Information zu uns gelangt: In a social stream.
Das bedeutet also auch, dass mit der Sach-Information die Empfehlung (bzw. einfach das Kommentar) des Freundes, der die Information weitergibt mitgeliefert wird. Das gute, alte Empfehlungssystem in einer neuen Form.
Auch wenn es Facebook nicht wirklich braucht, um Menschen die Möglichkeit zu geben Informationen zu teilen - das macht das Netz schon lange vorher - es hat auf alle Fälle eine weitere, leicht zugängliche Form geschaffen, die 400+ Mio. Nutzer immer mehr zu Netizens werden lässt.
Und die Gegner davon wußten natürlich immer schon, auch als die Informationen aus privaten Websites, Weblogs oder aus Facebook oder Twitter kommen, das “objektive” Vertrauen in die Quelle ist eigentlich essentiell. Prof. Rotolo sagt dazu: “Just because someone belongs to your social network, it doesn’t make them a good source. But there’s a natural inclination to assume that a person possesses reliable information because it’s person-to-person.”
Den ganzen Artikel der NYT finden hier.
BigCommerce: B2C für Facebook
Wenn sich 400 Mio Nutzer - und täglich werden es mehr - auf Facebook tummeln, ist verständlich, dass ausser der fast schon obligaten Fanpage auf der Kommunikation betrieben wird, auch Geschäfte angebahnt werden sollen.
Zurzeit linken dazu die meisten Anbieter von ihrer Seite direkt auf einen Online-Shop - und erzeugen damit einen Bruch: Weg von der Servicekommunikationsplattform - rauf auf den Verkaufskanal.
Dazu gibt es Alternativen und auch diese werden täglich mehr: Social Commerce wird also zum Facebook-Commerce-Trend. Viele Applikationen - die durchwegs einfach zu installieren sind und sich auf der Facebook-Seite mit einem “Shop Now” Reiter zeigen - können dafür verwendet werden. Ein gutes Tool dafür ist BigCommerce: Shopbetreiber geben die Shop-URL ein und wählt die Produkte aus, die via Facebook-site angeboten weren sollen. Die Facebook-Nutzer können direkt einkaufen und natürlch die Weiterempfehlungsfunktion nutzen, sowie kommentieren. Der Kauf findet nach dem Klick auf der BigCommerce-Plattform statt.
Die billigste Variante liegt bei 25 Dollar/Monat das all-in Paket vom Payment bis zur SEO-Gestaltung dürfte etwas kostspieliger ausfallen.