Social Web Wegweiser: Web 2.0 auf ENTER 08
Der Austrian Day der Tourismus & IT Fachmesse ENTER 08 in Innsbruck stand im Zeichen von Web 2.0. Das flammende Eingangsplädoyer von Josef Margreiter hätte nicht eindeutiger ausfallen können: Veränderungen erkennen und Chancen des Web 2.0 nutzen, lautet das Gebot der Stunde.
Hannes Treichl, Managementberater und Vortragender mit internationaler Erfahrung, wurde von der Österreich Werbung zum Vortrag bei der ENTER 08 und einen Kurzbeitrag für einen “Social Web Wegweiser für den österreichischen Tourismus” eingeladen. Der Wegweiser soll verständliche, simple Antworten auf wichtige Fragen rund um web & travel 2.0 geben und gleichzeitig Ansprechpersonen vorstellen, die helfen können die Vorgänge im und um das Web zu verstehen.
Gefragt - getan: Hannes Treichl stellte sich auf´s Podium, sprach über seine Spezialthemen Communities und Crowdsourcing und deren Möglichkeiten - und lieferte seinen Beitrag für den Wegweiser, der im Rahmen der ENTER 08 in Innsbruck verteilt wurde.
Hannes Treichl dazu: “Die Broschüre gibt nicht nur Touristikern einen hervorragenden Überblick über das Thema, sondern kann genauso gut anderen Branchen nützlich sein!”
Initiator Martin Schobert schreibt dazu im (brandneuen) Blog der Österreich Werbung:
“Wir wollen Österreichs Touristikern damit Orientierung geben und die Richtung aufzeigen, in die sich Kommunikation im Web in den nächsten Jahren entwickeln wird. Denn Web 2.0 hat definitiv einen Wandel der Online-Kommunikation mit sich gebracht. Und dieser Wandel ist schon passiert, egal ob wir wollen oder nicht…. Um nicht allein Prophet im eigenen Land zu sein haben wir 6 der besten “Web 2.0″-Experten und Online-Berater mit Tourismus Know-How eingeladen uns Ihre Sicht der Dinge näherzubringen. Wir baten sie zu unterschiedlichen Themen die Frage zu beantworten wie österreichische Touristiker die Chancen im Social Web nützen können. Und welchen Irrtümern sie nicht “aufsitzen” sollten.”
Inhaltsübersicht “Travel 2.0 in Österreich”:
Martin Schobert, Es zählt nur die Kundenorientierung
Karin Schmollgruber, In 6 Schritten zu Ihrer Web2.0 Strategie
Dieter Rappold, Definieren wir den Relevanzbegriff neu - Aufmerksamkeit im Long Tail
Hannes Treichl, Wo wie und warum Communities Märkte verändern
Ed Wohlfahrt, Online Reputation: Ihr guter Ruf im Internet
Robert Basic, Wenn Sie daran denken zu bloggen, dann lassen Sie es bitte
Hannes Offenbacher, Corporate Blogging: Wer kommuniziert gewinnt
Dazu gibt es noch
“Die Top10 einer erfolgreichen Web2.0 Strategie”,
“Die Top 10 Irrtümer rund um Web2.0″,
sowie von Michael Schuster, Helge Fahrnberger und Christian Lendl ausgearbeitete Fallstudien.
Hier geht´s zum kostenlosen Download von “Travel 2.0 in Österreich - Social Web Wegweiser für Touristiker”
Hier geht´s zum Originalbeitrag von Hannes Treichl mit den Links zu allen Autoren
Alles 2.0 oder was?
Zugegeben, das 2.0 ist omnipräsent: Nach Web 2.0 war das Marketing 2.0 nicht mehr weit. Nun geht es um Hotel 2.0, Travel 2.0 uvm. Die Aussagekraft des “Begriffes” wird damit auf eine Versionsnummer reduziert und greift damit - großteils - zu kurz.
Naheliegend, sich zu fragen:
Kann ich 2.0 getrost vergessen, weil es verschwindet wie es gekommen ist? Oder: Kann ich auf 3.0 warten und 2.0 “überspringen”?
Abwarten oder überspringen?
Gleich vorab: Wenn etwas verschwindet, dann die Benennung 2.0. Das Web (2.0 und weitere) und seine Entwicklungen bleiben. Denn: Das Web 2.0 lässt sich nicht auf die “Versionsnummer” reduzieren, da es eine - schon seit vielen Jahren stattfindende - Weiterentwicklung des Internets beschrieb.
Also: Web 2.0 war da, ist da und bleibt da - der Name ändert sich oder geht vielleicht - “Internet +” hätte eigentlich gereicht.
Es ist völlig problemlos NICHT dabei zu sein, wenn Ihnen die Nutzung des neuen Internets mit Dialogfunktionen für Kunden, Kommentaren, besserer Auffindbarkeit, Bewertungen, Film- und Fotosharing, Communities, viralen Funktionen, Mundpropaganda und vielen schönen Dingen mehr keinen Vorteil verspricht.
Um das herauszufinden, beantworten Sie für sich folgende Fragen (zugegebenermaßen etwas tourismuslastig ;o):
- Internet ist für unseren Betrieb völlig unwichtig, daher sind auch Bekanntheit und Auffindbarkeit im Internet kein Thema für uns.
- Unsere Auslastung könnte ganzjährig nicht besser sein - wir machen auch keine Werbung, senden keine Briefe usw.
oder umgekehrt: wir haben ein Riesenbudget und werben flächendeckend in unseren Quellmärkten.
- In der/den Woche/n ihres Besuchs bzw. haben eine hervorragende Beziehung zu unseren Kunden. Unterjährige Beziehungspflege brauchen wir nicht.
- Wir haben 100 % Stammgäste/Stammkunden. Das wird auch so bleiben, weil danach deren Kinder zu unseren Stammgästen zählen werden. Und die informieren sich auch nicht via Internet, wollen nicht unterm Jahr einen Blick zu uns werfen und nicht per Email buchen.
- Unsere Gäste/Kunden wollen keine Abwechslung. Wir machen erfolgreich jedes Jahr eine Variation des Vorjahresprogramms.
- Das Angebot in der Umgebung ist begrenzt. Die paar Wanderwege sind beschildert, dazu braucht es kein Service unsererseits.
- Unsere Gästebefragung zeigt keine zufriedenen (bedeutet Abwanderungsgefahr), sondern nur begeisterte Kunden.
- Die Weiterempfehlungsrate unserer Kunden ist hervorragend. Sie senden uns auch immer die Adresse der geworbenen Kunden, damit wir mit denen in Kontakt treten können.
Haben Sie alle Fragen mit JA beantwortet? Dann machen Sie weiter wie bisher - offensichtlich sind an Ihnen und Ihren Kunden die Marktveränderungen (Wettbewerbsdruck, Überangebot) Globalisierung und die Nutzung der neuen Medien spurlos vorüber gegangen. Nun müssen Sie nur noch hoffen, dass das so bleibt.
Ich hoffe, Sie konnten es auch auf Ihr Unternehmen umlegen. Wenn Sie nicht alle Fragen mit JA beantworten können - bleiben Sie dabeio und erfahren Sie wöchentlich mehr.